Sunset

15. August 2016

Dein Lächeln weht an mir vorbei,
so unmerklich und sorgenfrei.

Ich fühle deine strahlende Kraft,
deine hüpfende, rotierende Bereitschaft,
sich nicht zu schonen, sondern sich vom Leben zu belohnen.

Bin fasziniert!
Völlig entstellt, gänzlich entblößt,
meiner eigenen Herrlichkeit beraubt.

Was ich nie sah und für wahr genommen habe,
ist deine Gabe.

Mit funkelndem Lächeln und pitoresken Gebärden,
das zu verdecken was dich umgab.

Meine Gedanken entschweben, prallen stetig gegen hohe Wände.
Mein Gesicht eingepackt, in schwer gewordene Hände.

Doch das Gefühl lässt sich nicht verbergen.
Nicht abwaschen im klaren Sommerregen.
Nicht umkehren beim Feiern mit hoch gerissenen Händen.

Es bleibt haften, klebend an mir,
wie die dunklen Geister in dir.
Wie deine ohnmächtige Stille,
dein immer schwächer werdender Wille.

Manche Dinge bleiben erhalten.
Sie sind wie gute Geschichten zum Lachen.

Dein Lachen wird weiter getragen,
bleibt für alle Ewigkeit erhaben.

Du bleibst für immer hier.
Bei deiner Familie, bei uns und zu einem großen Teil bei mir.





(K)ein Leben

29. September 2015

Ich liebe es, durch die Straßen zu gehen.
Bei jedem Ast und hinter jedem Stein das Schöne zu sehen.

Ich mag es, die Häuser entlang, die Fassaden hoch zu schauen.
Um mir dann Bilder in meinem Kopf zu einer Collage zusammen zu bauen.
Bilder, wie ich diese vier Wände bewohne,
blickend aus dem Fenster hinaus zu mir.

Es tut mir gut, kühle Luft zu riechen.
Um mir dann vorzustellen hier, und vor allem jetzt, sie nicht mehr in meinen Lungen zu spüren!

Time goes by, diese Gedanken kommen mir bei Zeiten.
Und es tut mir weh dieses Gefühl, scheinbar automatisch,
auf dem Papier und mit anderen zu teilen.

Dann fange ich, wie aus dem nichts an zu weinen.
Dann weine ich, bis die ersten Tränen unter den kommenden getrocknet scheinen.

Ich will nicht mehr warten, bis dieser Schmerzt aufhört zu fließen!
Ich möchte nicht mehr, auf dem Feld stehen und die Windmühlen beschießen!

Ich möchte, mich ruhig und sanft zu den Blättern legen.
Mich reglos mit ihnen unterhalten und uns langsam verwelken sehen.

Doch, ich werde wieder als frisches Blatt am verbotenen Baume hängen.
Und es erneut versuchen, mich nicht abwerfen zu lassen, mit dem Ast verbunden zu bleiben.





Die Bar

27. Juli 2015

Sitze hier und höre zu.
Den Gesprächen.
Den Leisen, den Lauten.
Den Flüsternden und den schüchtern Schauenden.

Schmunzel.
Lache.
Verpacke mich in Watte.
Ein Vakuum im Kreise der Gesellschaft.

Höre: "Ich hab schon wieder eine Nummer bekommen!"
"Aber was heißt das schon?"
Tja, so ist das heute in der digitalen Prostitution!

Bin ich anders, wenn der Tisch wackelt beim Schreiben auf analogem Papier?

Sollte ich nicht meine Finger auf das iPhone packen?
Meine Gedanken auf, nein, in die Notiz-App tackern?

Doch, ich fühle mich heiter und froh!

Weiter, weiter!
Zuhören!
Aber, erstmal aufs Klo.

Trinke noch Eins. Hier.
Bei den Menschen, die alle so zerbrechlich sind,
wie das Glas, mit dem kalten Bier.





Morgenröte

30. Juni 2015

Nun habe ich es erblickt, das Licht der Welt.
Ich blicke in funkelnde Augen, mit so viele Freude und Liebe erhellt.

Ich nenne sie Mama, nenne ihn Papa, jetzt bin ich endlich da!
Werde nie wieder weg gehen, bleibe bei euch, Jahr für Jahr.

Ihr habt für mich viel getan, viel investiert.
Danke das ihr mir diese Chance und es mit mir probiert.

Ich fühle mich schon jetzt so glücklich und geborgen.
So wird es bleiben, für immer, für jetzt, für morgen!





Neulich im Auto

5. Mai 2015

Ich möchte schreien, doch mein Mund bleibt zu.
Du schaust mich an, doch ich schau nicht - zu - dir - herüber.
Denn da kommt es wieder.
Angeschwemmt wie Treibholz am Meer.
Diese wiederkehrenden Fragen: "Geht's dir gut?
Ist irgendwas mit dir?“.

Ich bin eigentlich ein Plappermaul, von Natur aus - gesetzt,
in der Wildnis, abseits vom Nest.
In der Stadt mit all ihren Pauken und Trompeten.

Ich wende mich manchmal ab und schaue (W)eg, der so kurvig und bergig ist.
Achte auf die Natur um mich herum und blicke in mich rein - ige - meine Gedanken und bade mich in Ruhe.
Sekunden, Minuten, Stunden.

Diese tiefen, glasklaren Momente nur mit mir, und mir.
Diese Zeit brauche ich, da kann jeder klopfen gegen mich.
Umschmeißen oder treten.
Wegwerfen und wieder verwerten.
Das alles ist mir einerlei.
Denn diese Menschen schmecken wie Kartoffelbrei, ohne Ketchup und geröstete Zwiebeln.

Es hat lange gedauert mit mir und diesem ominösen inneren Frieden - swächter.
Er schleicht umher und schwingt sein Schlagstock.
Nicht für Diebe, sondern für mich.
Denn er will mich prügeln wie einen räudigen Hund!
Wenn ich ankomme und stehend, kurz vor dem Ab - grund meiner Seele, mit der ich mich ständig quäle.

Denn und nun komme ich zum Schluss:
Bleibt, der, der ihr wollt und nicht der, der ihr musst - et.
Von Eltern, Freunden und Verwandten!
Von Arbeit und Musikanten!
Von Facebook und der sogenannten Gesellschaft!
Und vor allem nicht von mir!





Spiegelbild

9. März 2015

Ich sehe in den Spiegel und erkenne den Menschen nicht.
Gestern sah er noch ganz anders aus?

Wie viel kann an einem Tag geschehen.
Nicht viel, meint man schnell zu sagen.
Aber, nach diesem Gesicht zu urteilen,
muss es eine Menge sein!

Doch keiner kann das Verstehen!
Keiner.
Außer er, der, der sich selbst erblickt.

Denn es ist seine Welt.
Er hat sie sich erbaut!
Mit all den offenen Feldern und der Freude.
Mit all den scharfen Messern, der Traurigkeit und Einsamkeit.

Er möchte fliehen, rennt los.
Doch die Kette will und will sich nicht lösen.

Da schlägt er zu!
In den Spiegel.
Sieht sich und seine Fassade zerfallen.

Doch, nichts hat sich geändert. Das sagt er, mit einem neuen Spiegel in der Hand.





Supercomputer

18. Mai 2014

Jahr für Jahr, Tag für Tag.
Du stehst auf, in der Matrix gefangen.

Die Auswahl deiner Kleider, gleicht einem asynchronem Film.
Bild und Ton, Person und Erscheinung, passen nicht zusammen.

Aber, the show must go on! Kein Leben für Verlierer!
So denkst nicht du, sondern die, die Anderen.

Persönlichkeit.
Ein verlorenes Gut.
Eine nicht existente Ware, auf dem Markt der Welten.

Anders sein!
Vergammeltes Gemüse in einer Studenten-WG.
Kein Recovery File!
Keine Backup Funktion!

Alles was bleibt, ist die Anerkennung der Schönheit.
Die Begrenztheit des menschlichen Seins.

Und die Gewissheit, dich, nur dich,
als Supercomputer, noch nicht einmal eingeschaltet zu haben.





Schlafen

15. Juli 2007

Renne durch die Straßen,
gezogen wie von einem Marionettenspieler.
Laufe ohne hoch zu schauen,
stoße gegen Menschen,
doch ich merke nichts.

Höre nicht wie sie sich beschweren,
nach mir fluchen,
bin in einer anderen Welt versunken.

Die Welt,
in all ihren prächtigen Farben, verschwimmt in einem schwarz weißem Meer.
Das Leben verreist,
es hat mich vergessen auf dem endlosen Bahnsteig Richtung Liebe.
Gehe zum Ausgang,
zurück ins Jetzt.

Alles was mich umgibt trägt deine Handschrift.
Tanzende Blätter auf dem Gehweg,
Sonnenstrahlen,
die sich durch den wolkenbedeckten Himmel kämpfen,
der Wind in meinen Haaren,
der deinen Händen ähnelt, wie sie meine Haare durchstreiften.

Suche in jeder Ecke,
hinter jedem Schrank nach dir,
alles zieht sich zusammen je länger die suche dauert.
Kann es nicht wahr haben, bis ich in einem Raum, so groß wie ein Fingerhut stehe.
Alles ist leer, die Luft zum atmen wird dünner wie nach einem Marathon,
atme tief durch, der Puls beruhigt sich.
Du bist nicht da.

Schlafe mit dem T-Shirt ein das dich bedeckte.
Versuche dich in meine Nähe zu träumen.
Rieche den Duft deiner Haare,
die sanft meine Nase berührten.
Suche deine Füße unter der Decke.
Versuche zu spüren wie sie sich bewegen, wenn du mit Ihnen spieltest.
Halte den Tee an meine Wange um die Wärme zu spüren.
Streiche über die Heizung,
an der wir uns die Füße wärmten.

Schließe meine Augen, sehe uns.
Eine Aufnahme ohne Wiederholungsfunktion.

Versuche dich zu berühren, doch ich greife immer wieder ins Leere!
Taumel durchs Zimmer, reiße alles um!
Lachende Luftmoleküle die mit mir blinde Kuh spielen.

Habe Angst meine Augen wieder zu öffnen,
dich wieder zu verlieren,
also lasse ich sie geschlossen
und schlafe.





Erwacht

19. Mai 2006

Ich wache auf und denke an dich.
Ich sehe mich um und sehe nur mich.
Ich überlege nach und erinnere mich daran.
Du hast mich verlassen und hast jetzt einen anderen Mann.

Ich fühl mich leer, ich kann nicht mehr atmen.
Ich fühle mich leer, du hast mich verraten.
Du tauschtest mich ein, ich kann es nicht fassen.
Für diese Entscheidung müsste ich dich hassen.
Ich müsste dich hassen bis ans Ende meiner Tage
Doch quält mich immer diese eine Frage.
Wieso du dich so verändert hast.
Liegt es etwa daran das du mich hasst?

Ich machte viele Fehler, dass gebe ich offen zu.
Ich machte Fehler was sagtest du dazu?
Du hast es leider nie beim Namen genannt.
Du fühltest dich verletzt , ich habe es nicht erkannt.

Ich wollte unsere Beziehung noch einmal retten.
Ich wollte noch einmal dich an mich ketten.
Nur diesmal war es zu spät, du hast dich entschieden.
Ich kann es verstehen bei so wenig innerem Frieden.

Ich wünsche dir viel Glück in deinem weiteren Leben.
Wie ich dich kenne wirst du die weiteren Hürden sicher überqueren.
Du wirst immer in meiner Nähe bleiben, bist nie wirklich fort.
Für mich bist du nie an einem anderen Ort.
Du bleibst verankert, tief in meinem Herzen.
Das sage ich heute ohne jegliche Schmerzen.

Ich denke erneut an unsere Zeit zurück.
Und dabei lächle ich wie verrückt.
Die Zeit mit dir war einfach wunderbar.
Und mit nichts auf der Welt vergleichbar.
Ich danke dir dafür das du mir so viel Liebe gabst.
Und leider auch dafür das du sie mir wieder wegnahmst.